Maifest 2019 bei strahlendem Sonnenschein

Maibaum

An einem herrlich sonnigem 1. Mai feierten hunderte Bobinger rund um den 41 Meter hohen Baum zunächst einen festlichen Gottesdienst und am Nachmittag mit den traditionellen Tänzen ein gelungenes Maifest.

Feierlicher Gottesdienst
Traditionelle Maifeier
Bilder von den Tänzen
Video vom Bandltanz
Video vom Mühlradl
Gruppenfotos der Tänzer
Vergelt’s Gott
Daten zum Maibaum 2019

Nach dem Tanz in den Mai am Vorabend begann der Tag für die Helfer bereits um acht Uhr, denn der Altar musste im Zelt aufgebaut werden.

Feierlicher Gottesdienst auf dem Rathausplatz

Pünktlich um zehn Uhr zogen dann Stadtpfarrer Thomas Rauch und die Ministranten zum Festgottesdienst ein. Allen voraus unsere Kolping-Fahne, das Banner und das Jugendbanner. Musikalisch begleitet wurden sie von der Stadtkapelle Bobingen, die nicht nur den Festgottesdienst, sondern auch schon den Maibaumeinzug und die folgende Maifeier mitgestalteten.

Wie ein roter Faden zogen sich die Vorbilder Josef, Maria und Adolph Kolping durch den Gottesdienst. Alle drei zeigen wertvolle Eigenschaften in ihrer Beziehung zu Gott und auch in ihrem Handeln. In seiner Predigt führte Dekan Rauch aus, wie die Gottesmutter Maria uns zeigt, wie wir anderen beistehen, für andere da sein können. Vom Heiligen Josef können wir die Offenheit für Gott und das Gottvertrauen lernen. Der Selige Adoph Kolping motiviert uns, nicht bloß zuzuschauen, sondern uns einzusetzen und Mitgestalter zu sein. 

„Es ist keine Zeit zu feiern, zuzuschauen, gewähren zu lassen, bloß zu jammern und zu klagen, sondern es ist Zeit zu handeln, Zeit zu wirken, und zwar für jeden ohne Unterschied, wie es ihm nach Maßgabe seiner Kräfte und Mittel nur möglich ist. Da handelt es sich nicht darum, ob man alles kann, sondern ob man irgendetwas Ersprießliches zu leisten vermag, und kann man alleine nichts, dann doch gewiss im Verein mit anderen.“ Adolph Kolping

Thomas Rauch zog den Vergleich zu unserer Kolpingsfamilie, denn auch diese setze sich ein und handelt. Nicht nur das Maifest zeige, dass die Mitglieder gerne ihre Ärmel hochkrempeln und anpacken. Unser Präses nannte weitere Beispiele, wie die Altpapier- und Altkleidersammlung, unsere Jugendarbeit, Andachten oder erst kürzlich den Umzug des Pfarrbüros. Entscheidend sei, dass die Kolpingsfamilie in einer großes Gemeinschaft handelt in der sich jeder nach seinen Fähigkeiten einbringt, um Gutes entstehen zu lassen. 

Hunderte Besucher auf dem Rathausplatz

Schätzungen unseres Messners Patrick Schindler zufolge nahmen ca. 600 Gläubige am Gottesdienst teil. Sowohl im Festzelt als auch auf den Plätzen unter freiem Himmel wurde eifrig mitgesungen und gebetet.

Angelockt durch das schöne Wetter und vielleicht auch der schwungvollen Blasmusik der Stadtkapelle, wurden es während des Mittagessens immer mehr Besucher. Familie Naumann versorgte die Gäste mit warmem Essen. Kolpingmitglieder schenkten Getränke aus und verkauften ab 13 Uhr Kaffee und Kuchen.

Traditionelle Maifeier 

“Wir können viel, wenn wir nur nachhaltig wollen; wir können Großes, wenn tüchtige Kräfte sich vereinen.” Adolph Kolping

Mit diesem Zitat begrüßte Vorsitzender Josef Bühler die geschätzt mehr als 1.000 Besucher, die sich auf dem Rathausplatz am Nachmittag eingefunden hatten. Denn diese Worte hatten sich 1929 die Burschen der damals erst vier Jahre jungen Kolpingsfamilie zu Herzen genommen, als sie den ersten Maibaum in Bobingen aufstellten. Seitdem schafft es die Kolpingsfamilie – dank ihrer Mitglieder und der starken Gemeinschaft – diese Tradition fortzuführen. “Und jedes Mal können wir mit Stolz auf diesen Baum hochblicken”, stellte unser Vorsitzender fest. Er erklärte den Besuchern zudem, dass nach dem aktuellen 5-Jahres-Zyklus es eigentlich erst 2020 wieder einen Maibaum gegeben hätte. “Nachdem in diesem Jahr aber die Stadt Bobingen ihr 50-jähriges Stadtjubiläum feiert, haben wir uns dazu entschlossen, bereits in diesem Jahr einen Baum aufzustellen und das Maifest vorzuziehen.“

Das Aufstellen eines Maibaums erfordere viel Kraft, Zusammenarbeit und jede Menge handwerkliches Geschick. Und wie sich immer wieder zeigt, sind das eindeutig die Stärken unserer Kolpingsfamilie. Viele starke Hände sind unter fachkundiger Leitung tätig.

Grußworte von Bürgermeister und Stadtpfarrer

Auch Erster Bürgermeister Bernd Müller würdigte in seinem Grußwort die Tatkraft unserer Kolpingsfamilie und dankte im Namen der Stadt für das Ausrichten des Maifestes.

Stadtpfarrer Thomas Rauch ging in seinem Grußwort insbesondere auf die Tänze ein. Traditionell sind beispielsweise die Paare des Achters fest liiert. Drei der Paare des letzten Maibaumes sind inzwischen verheiratet. Und eines hatte sich bereits vor 15 Jahren beim Bandltanz kennengelernt. Dieser dezente Hinweis für die jetzigen Tänzer sorgte bei den Zuschauern für Erheiterung.

Die traditionellen Tänze um den Maibaum

In Vertretung für unseren Vorsitzenden, der selbst als Tänzer aktiv wurde, stellte anschließend Walter Fehle als stellvertretender Vorsitzender die einzelnen Tänze und Tänzer kurz vor.

Bandeltanz

Beim Bandltanz vollenden die 16 jungen Tänzer das Schmücken des Baums, indem sie ein weiß-blaues Rautenmuster an den Baum flechten. Die ist ein Zeichen für die Verbundenheit mit unserer bayerischen Heimat. Dieses Mal war allerdings der Maibaum so dick, dass das Muster nicht deckend angebracht werden konnte.

 

Mühlradl

Als zweiter Tanz folgt das Mühlradl. Dieser Tanz verdankt seinen Namen der Figur, die sich ergibt wenn die 14 Tanzpaare zwei Kreise bilden, die wie zwei Mühlräder ineinander greifen und sich bewegen. Das Klopfen der Mühle erzeugen die Tänzer dabei mit ihren Füßen. Diese Figur wurde von den Zuschauern begeistert bejubelt.

Bobinger Achter 

Als Abschluss folgte mit dem Achtertanz eine ureigene Bobinger Tradition. Die Musik entstand im 19. Jahrhundert in den Reihen der Holzhauser-Dynastie. Die dazugehörige Choreographie basiert auf den Aufzeichnungen von Felix Bobinger von 1952. Damals stellte die Kolpingsfamilie den ersten Maibaum nach dem Krieg auf.

Nachdem auch diese vier Paare ihren Tanz um den Maibaum konzentriert und unter viel Applaus vollendet hatten, war der offizielle Teil der Maifeier beendet.

Zum Ausklang stürmten die Zuschauer noch einmal das verlockende Kuchenbuffet. Viele fleißige KolpingbäckerInnen hatten mehr als 60 Kuchen angeliefert. Ein Angebot, dass viele Besucher bei diesem tollen Wetter gerne wahrnahmen und noch lange sitzen blieben.

Vergelt’s Gott 

  • Präses Dekan Thomas Rauch und unserem Liturgieteam für die Gestaltung des tollen Festgottesdienstes am Vormittag
  • Martin Strehler, Stefan Mattler und Manfred Bobinger, die unsere Maibaumsymbole wieder auf Hochglanz gebracht haben
  • Familie Kugelmann, die den Maibaum nicht nur aus dem Wald, sondern auch mit dem schönen Pferdegespann in die Stadt gezogen hat
  • Der Stadt Bobingen für den Baum
  • Der Stadtkapelle Bobingen für die musikalische Gestaltung des Einzugs, des Festgottesdienstes und der Maifeier
  • Der freiwilligen Feuerwehr und der Polizei für ihre Unterstützung
  • Gisela und Wolfgang Bobinger, die in den letzten Wochen die Tänze mit den Tanzgruppen einstudiert haben
  • Der Organisationsteam von Tanz in den Mai und dem Maifest
  • Vor allem den vielen, vielen Helfern, die vereint zum Gelingen den Maifest beigetragen haben.

„Es war wieder beeindruckend alleine am Dienstag zu sehen, wie Viele trotz Regen und eines normalen Arbeitstages zum Aufstellen des Zeltes und den restlichen Vorbereitungen gekommen sind“, so Josef Bühler. „Allen ein herzliches Dankeschön!“

Daten zum Maibaum 2019 

  • Ca. 120 Jahre alt
  • Ca. 3,5 t schwer 
  • Volumen von ca. 5,8 Kubik
  • Gesamtlänge 43 m (41 über der Erde)
  • 35 Maibaumsymbole zieren den Baum